Das Skulpturengrabmal

Das Skulpturengrab auf dem Innereen Neustädter Friedhof in Dresden. Fotorechte: Dr. Ulrich Hübner

Seit 1881 gehörte die Grabstelle an der Südmauer des zweiten Landes auf dem Inneren Neustädter Friedhof dem Oberstleutnant Friedrich Theodor v.Gablenz, bis sie 1915 vom Stabsarzt Walter Fiebiger übernommen wurde.

Der frühe Tod seiner 4-jährigen Tochter Gudrun Fiebiger im Jahr 1916 war bestimmend für die aufwendige Gestaltung der Grabanlage.

Einem Porträt gleichend, scheint die vollplastische Marmorfigur des viel zu früh verstorbenen Kindes aus dem architektonischen Kontext die kleine Treppe nach unten zu schreiten. Das Mädchen hebt mit der linken Hand ihr Kleidchen zum Hinabsteigen an und trägt in ihrem Arm einen Blumenstrauß. Die feinbestickte Borte am unteren Rand des Kleides unterstreicht dabei die Zartheit des Wesens. Liebevoll und anmutig schaut es den Betrachter an. Die Wunschvorstellung der Eltern nach der Rückkehr des eigenen Kindes wird in dieser theatralischen Szene besonders deutlich. Zudem wird die feste Struktur mit Flachrelief im Hintergrund (Paradiesgarten) und kraftvoller Architektur (Portikus) aufgebrochen und das Augenmerk auf das unschuldige Kind gelenkt.

Die Inschriften erzählen von der unbegreiflichen Trauer bis hin zum Trost durch die Worte des Kindes: „Schwer ist die Trennung des Herzens“ (Giebel) „Und was weint ihr, Vater und Mutter um mich; In einem viel schöneren Garten bin ich“ (Sockel).

Der Bildhauer des Objektes Richard Hölbe (1848-1926, bez. re. unten auf der obersten Stufe) war Schüler und Mitarbeiter bei Johannes Schilling. Die feine Ausprägung des faltenreichen Gewandes und des Haarschopfes der Skulptur weisen deutlich auf den künstlerischen Duktus seines Lehrers hin. Leider sind im Laufe der Zeit bereits die rechte Hand und die Nase weggebrochen.

Das Grabmal sollte daher dringend eine Restaurierung erfahren und eignet sich gut für die Übernahme einer Patenschaft.

Dr. Ulrich Hübner

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