Historische Freiräume: St. Pauli Friedhof – Zukunftsszenarien für einen geschlossenen Friedhof
Im Wintersemester 2024/25 initiierte die Professur für Geschichte der Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege eine Projektarbeit an der TU Dresden, die sich mit dem nördlichsten der vier Kernareale der BUGA 2033 befasste. Dieser Bereich umfasst bedeutende Orte der Dresdner Stadtgeschichte: den Proschhübel, Hechtpark, St.-Pauli-Friedhof und das "Radeburger Dreieck". Sie zeugen bis heute von Blütezeiten des kulturellen sowie wirtschaftlichen Lebens, aber auch von Kriegen und Krisen, Gewalt und Deportationen im 19. und 20. Jahrhundert.
Ein zentrales Element dieses Grünzugs stand dabei im Fokus: der St.-Pauli-Friedhof, mit 11 Hektar Ausdehnung einer der größten und historisch bedeutenden Friedhöfe der Stadt. Ursprünglich 1862 als Erweiterung des „Inneren Neustädter Friedhofs" geweiht, wurde er 2016 aufgrund rückläufiger Bestattungszahlen geschlossen. Der Reiz bestand nun darin, die denkmalgeschützte Anlage mit ihren wertvollen Strukturen, Einzeldenkmälern und geschütztem Baumbestand zu erhalten und gleichzeitig als Erholungsort und wichtigen Verbindungsraum weiterzuentwickeln.
Zur mulitimedialen online-Präsentation des Projektes:
https://sites.google.com/view/parkfriedhof-st-pauli/geschichten
Die BUGA 2033 ermöglicht die Chance, den St.-Pauli-Friedhof langfristig weiterzuentwickeln und zu öffnen, ohne dass sein Charakter als Gartendenkmal gefährdet wird. Die Projektarbeit zielt darauf ab, mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung zu erarbeiten, die der evangelisch-lutherischen Laurentiuskirchgemeinde Dresden-Neustadt (vormals Ev.-Luth. Kirchspiel Dresden-Neustadt) als Eigentümerin bei künftigen Entscheidungen helfen sollen.
Dabei sollten historische Recherchen durchgeführt, denkmalrelevante Elemente herausgearbeitet, die stadträumliche Umgebung analysiert und Tabuthemen unbedingt aufgezeigt, aufgegriffen und integriert werden. Die Szenarien sollten die Verbesserung der Zugänglichkeit und die Einbindung in stadträumliche Zusammenhänge berücksichtigen, während der Friedhof als Gedenkort und Gartendenkmal erhalten bleiben sollte.