Am Grab von Elisa von der Recke (1754-1833) und August Tiedge (1752-1841)

Termin

Montag, 01. Juli 2024
17:30 Uhr

Ort

Innerer Neustädter Friedhof

Friedensstraße 2

Kapelle

Foto: Ellen Hönl

Beide Schriftsteller lebten zur Zeit der Romantik und ab 1805 waren sie eng miteinander verbunden, unternahmen gemeinsame Reisen in die Schweiz und nach Italien, ab 1819 lebten sie in Dresden in einer gemeinsamen Wohnung. Ihre Verbindung bestand in gewisser Weise über den Tod hinaus, indem Recke ihren Gefährten testamentarisch bedachte und damit seinen Lebensunterhalt auch nach 1833 absicherte.

Recke war mit der Schrift Nachricht von des berüchtigten Cagliostro Aufenthalte in Mitau, im Jahre 1779, und von dessen magischen Operationen berühmt geworden, in der sie es sich zum Ziel gesetzt hatte, die manipulierenden und betrügerischen Methoden Cagliostros zu ergründen und darzustellen, was ihr so gut gelang, dass selbst die russische Zarin davon Kenntnis erhielt und die  Schriftstellerin an den Hof einlud.

Lebendig und aussagekräftig sind außerdem Reckes Selbstzeugnisse: Briefe, Tagebücher, Kommentare, in denen sie eine genaue Beobachtungsgabe, psychologische Tiefe und sprachlich differenzierte Darstellungen offenbart und miteinander kombiniert. 1791 erschienen bereits Auszüge aus ihren Tagebüchern; 1806 ist eine Reisebeschreibung besonders erwähnenswert: Tagebuch einer Reise durch einen Teil Deutschlands und durch Italien in den Jahren 1804-1806.

Tiedge wurde durch seine Lyrik bekannt (1841 in 4. Auflage in Leipzig erschienen unter dem Titel C.A. Tiedge’s sämmtliche Werke). Zu nennen sind hier die umfangreichen Zyklen Der Frauenspiegel und Die letzten Sybariten. Den Liederzyklus Geburt der Freude widmete er von der Recke.

(s.auch: Klettergipfel in der Sächsischen Schweiz Tiedgestein in der Nähe der Bastei).

In einer szenischen Lesung lässt Uta Hauthal die literarischen Stimmen Reckes und Tiedges unmittelbar in Dialog treten, sodass sowohl die Eigenheiten der Einen und des Anderen deutlich werden, als auch ein umfangreiches, geistesgeschichtliches Bild der Zeit entsteht.

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