Am Grab von Karoline Schlegel (1739-1833)

Termin

Montag, 19. August 2024
17:30 Uhr

Ort

Innerer Neustädter Friedhof

Friedensstraße 2

Kapelle

Foto: Ellen Hönl

Die kluge, gebildete und eigenwillige junge Frau wurde durch ihren Briefwechsel mit Johann Fürchtegott Gellert bekannt, an den sie sich 1760 zum ersten Mal höchst selbstbewusst wendete, woraus ein intensiver Briefwechsel über ein Jahrzehnt entstand.

Karoline Lucius offenbarte in ihren Briefen tiefe Heimatverbundenheit und eine feinsinnige Beobachtungsgabe, die die Lektüre zu einem erhellenden Vergnügen macht, indem ein lebendiges Bild der Stadt Dresden und ihres bürgerlich-höfischen Lebens entsteht.

Karoline Lucius selbst scherte sich wenig um Konventionen, sie betätigte sich als freie Schriftstellerin, indem sie aus dem Englischen und Französischen übersetzte, zwei Dramen veröffentlichte und trotz wohlmeinender Angebote ledig blieb. Erst 1774 heiratete sie den Pastor Gottlieb Schlegel in Burgwerben, nach dessen Tod 1813 sie nach Dresden zurückkehrte, wo sie letztlich im Alter von 94 Jahren starb.

Gellert hatte verfügt, den gesamten Briefwechsel mit Demoiselle Lucius in seine Werkausgabe aufzunehmen, dazu kam es nicht, sondern er erschien erstmals 1823.Die Schriftstellerin Uta Hauthal lässt in ihrer Lesung an Schlegels Grab den Dialog dieser beiden unabhängigen und auch sehr unterschiedlichen Geister durch die wechselseitigen Briefe lebendig werden. Auf diese Weise erfahren die Zuhörer, wie ein selbstbewusstes Frauenleben in der Zeit der Romantik aussehen konnte, welches Denken, welche Philosophie den damaligen „Star“ des Literaturbetriebs, Gellert, prägten und mit welcher Hochachtung sich beide begegneten.

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